Österreichische Meisterschaften, vom 24. -31.8.2014, in Feistritz/Drau

 

Ein Waldviertler schrieb bei den Österreichischen Meisterschaften, die vom 24.-31.8. im kärntnerischen Feistritz/Drau ausgetragen wurden, Schachgeschichte.

 

Der Gmünder Meisterkandidat Martin Zwettler nahm erstmals an einer österreichischen Meisterschaft teil und lehrte den österreichischen Spitzensportlern gehörig das Fürchten. Zwettler ging aufgrund seiner Elozahl (2206) mit dem Startplatz 22 in das 47köpfige erlesene Teilnehmerfeld. In neun spannenden Kämpfen, die bei dem Gmünder immer über mehr als vier Stunden dauerten, verlor er nur ein Spiel und das gegen den Internationalen Meister Andreas Diermair, der zuletzt Mitglied der österreichischen Olympiamannschaft war.  Gegen den Vorarlberger Kai Medwed (1992), dem IM Florian Pötz (2427) und dem Fidemeister Gert Schnider (2380) gelangen überraschende und tolle Siege.

In den restliche fünf Partien ging der Gmünder meist über die volle Spieldistanz und kämpfte verbissen um den Sieg. Oft standen Gewinnstellungen am Brett, doch die Zeitnot verdarb den möglichen Sieg. So auch in der letzten Runde gegen FM Georg Halvax (2313). Hätte Zwettler den schon sicher geglaubten vollen Punktegewinn eingefahren, wäre ihm mit dem Erreichen einer Internationalen Titelnorm ein noch größeren Erfolg beschieden. Doch auch mit dem Remis standen schlussendlich 5,5 Punkte auf der Habenseite, die einen Elozuwachs von 36 Punkten und den sensationellen 9. Endrang bedeuteten. Im letzten halben Jahrhundert hatte noch kein Waldviertler Schachsportler einen so tolle Platzierung zu verzeichnen. Die weiteren vier Unentschieden gelangen ebenfalls gegen weit höher einzuschätzende Spieler, nämlich IM Gerhard Schroll (2381), FM Kurt Petschar (2315), IM Helmut Kummer (2353) und Florian Sandhöfner (2302), in dessen Partie auch bereits der Siegespunkt sicher schien. Mit diesem großartigen Erfolg hat sich der Gmünder auch einen Stammplatz im Zwettler Team der 2. Bundesliga Ost gesichert.

Ein ausgezeichnetes Ergebnis erreichte auch der für Mostarrichi spielende Dominik Ehs, der vom Startrang 37 sich mit 4,5 Punkten auf den 22. Endrang vorarbeitete. Jugendtrainer Fidemeister Mag. Klaus Neumeier erreichte ebenfalls 4,5 Zähler und Platz 24. Der Loosdorfer FM Adolf Denk führt auf Platz 30 einen größeren Pulk mit  vier Punkten an.

 

Österreichischer Meister wurde der Steirer IM Mario Schachinger (2413) mit 7,5 Punkten vor dem Vorarlberger IM Georg Fröwis (2437), der einen Punkt Rückstand aufweist und IM Andreas Diermair (2447) einen weiteren halben Punkt dahinter. Wie stark das Teilnehmerfeld war zeigt, dass der Topgesetzte Großmeister David Shengelia nur den 14. Endrang erreichen konnte. Der für den SK Zwettl spielende IM Gerhard Schroll (2381) musste sich mit fünf Punkten und dem 20. Platz zufrieden geben.

 

 

Zugleich mit dem Allgemeinen Bewerb wurden auch die Österreichischen Meisterschaften der Damen ausgetragen. Und auch hier gibt es eine Topplatzierung einer Waldviertlerin zu vermelden. Die für den Bundesligaklub Pamhagen spielende Kremserin Meisterkandidatin Elisabeth Hapala (2083) kämpfte lange Zeit um den Meistertitel mit, musste sich aber nach einer Niederlage in der letzten Runde gegen Fidemeisterin Katharina Newrkla (2135) mit dem undankbaren 4. Platz zufrieden geben. Zuvor gab es vier Siege u.a. gegen die oftmalige Staatsmeisterin  weibliche IM Helene Mira (2077) und gegen die starke Vorarlbergerin Annika Fröwis (2043). Drei Remisen gab es gegen die Titelverteidigerin weibliche FM Veronika Exler, die Badenerin Denise Trippold und gegen die Gewinnerin des Turniers WFM Barbara Teuschler aus der Steiermark. Vizemeisterin wurde WFM Katharina Newrkla vor der Titelverteidigerin WFM Veronika Exler.

Die für den Schachklub Baden spielende Denise Trippold spielte lange Zeit im Spitzenfeld mit, verlor jedoch in der Schlussrunde gegen die Titelverteidigerin WFM Veronika Exler und ein absoluter Spitzenplatz war mit Rang neun damit dahin. Die Kremserin Edith Beyer musste bei ihrer ersten Teilnahme an Österreichischen Meisterschaften Lehrgeld zahlen und sich mit dem letzten Rang zufrieden geben.

 

Franz Modliba